Der erste Fall für Julia Malmros und Kim Ribbing führt von einer Schäreninsel nach Shanghai und Kuba, von der Helligkeit eines Sommertages bis ins dunkelste Verlies. Und das ist nur der Anfang …
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Refugium
»Einfach großartig, wie John Ajvide Lindqvist mit seinem glitzernden Monstertruck in die Krimilandschaft donnert.« Aftonbladet
Ein explosives Ermittler-Duo. Sie: Expolizistin und Krimiautorin im Karrieretief. Er: ein Hacker mit gequälter Seele. Sie ziehen einander an. Sie stoßen einander ab, aber sie müssen einander vertrauen.
Ursprünglich sollte Kim Ribbing, der die Spuren eines tiefen Traumas in sich trägt, die ehemalige Polizistin Julia Malmros bei Recherchen unterstützen. Doch dann erschüttert ein Verbrechen das sommerliche Leben in den Schären.
Mittsommer. Der längste Tag. Die dunkelste Nacht
Nicht weit von Julias Ferienhaus werden die Gäste eines Mittsommerfests grausam hingerichtet. Nur Astrid Helander, der Tochter der Familie, gelingt es, sich zu retten. Aber das junge Mädchen ist verstummt. Für Julia ist die Zeit gekommen, zu handeln.
Mit Gespür für dichte Atmosphäre und die psychologischen Feinheiten seiner Figuren schreibt John Ajvide Lindqvist einen vielschichtigen Thriller, der unter die Haut geht.
Während Kim sich auf die Spur der Täter setzt und ihnen im World Wide Web und rund um den Globus folgt, nutzt Julia ihre Kontakte zur Kriminalpolizei. Ausgerechnet ihr Exmann Johnny ist mit den Ermittlungen betraut. Wer steht hinter den Auftragskillern? Und was hat Kim Ribbing zu verbergen, der immer wieder im Alleingang arbeitet?
Für alle Fans der Millenium-Reihe und Leser:innen von skandinavischer Spannung.
Der Nr. 1 Bestseller aus Schweden
Bibliografische Daten
1. Auflage
John Ajvide Lindqvist
JOHN AJVIDE LINDQVIST, geboren 1968, wuchs in einem Stockholmer Vorort auf und verdiente sein Geld zunächst als Zauberer, bevor er sich dem Schreiben widmete. Mit seinem Debütroman ›So finster die Nacht‹ gelang ihm auf Anhieb der internationale Durchbruch. Der Stoff wurde in Hollywood verfilmt. Lindqvists Geschichten und Romane erscheinen in 25 Ländern und wurden vielfach ausgezeichnet.
Ricarda Essrich
Ricarda Essrich, geb. 1976, studierte in Köln Skandinavistik und Linguistik. Heute lebt und arbeitet sie als Fach- und Literaturübersetzerin in Düsseldorf und überträgt sowohl Romane als auch Sachliteratur aus dem Schwedischen, Norwegischen und Dänischen ins Deutsche.
Franziska Hüther
Franziska Hüther, geboren 1988, lebt als freie Übersetzerin aus dem Dänischen, Schwedischen und Norwegischen im Odenwald bei Darmstadt. Sie hat u. a. Werke von Kim Faber & Janni Pedersen und Marianne Kaurin ins Deutsche übertragen.
8 - 10 von 155 Leserstimme
Das Attentat.
Der Auftaktband zur großen "Stormland"-Trilogie aus Skandinavien war ein wahrer Volltreffer!Die ehemalige Polizistin Julia Malmros und der zwanzig Jahre jüngere, kuriose Hacker Kim Ribbing sind die beiden Hauptfiguren, auf die während des ganzen Buches ein großer Fokus liegt. So verschieden die beiden auch sind, so wenig, wie sie sich anfangs mögen, so sehr ziehen sie sich an und brauchen einander ... nicht nur bei den Ermittlungen.Die Hauptgeschichte, bei der bis auf ein 14jähriges Mädchen, alle Anwesenden eines Mittsommerfestes, einem Attentat zum Opfer fallen, ist der andere Erzählstrang.John Ajvide Lindqvist ist in Schweden ein Star unter den Autoren. Dem kann ich mich nur anschließen! Spannend erzählt er diese Geschichte, nimmt seine Leser mit an verschiedene Orte und fesselt sie ans Buch.Er hat jedem seiner Protagonisten die perfekte Rolle auf den Leib geschrieben, lässt sie realistisch agieren. Alles wirkt gut durchdacht und clever umgesetzt.Gespannt warte ich auf die Fortsetzungen!
Ungewöhnlich und richtig gut!
Ein reiches schwedisches Ehepaar feiert mit zwei geladenen Pärchen und der Tochter das Mittsommerfest auf der eigenen kleinen schwedischen Insel. Sie alle haben etwas mit Emmissionsrechten, CO2 Zertifikaten und Ölhandel zu tun. Es gibt ein Attentat, welches nur die 14jährige Tochter überlebt. Das ist der eine Handlungsstrang. Im nächsten Handlungsstrang wird der erfolgreichen Journalistin und Schriftstellerin Julia angeboten die Milleniumreihe von Daniel Lagercrantz fortzusetzen, weil dieser nicht mehr daran schreiben möchte. Sie nimmt das Angebot an unter der Bedingung Unterstützung für das Thema Hacking zu bekommen. Ihr wird der 20 Jahre jüngere Kim zur Verfügung gestellt, der fachlich brillant, reich und psychisch angeschlagen ist. Es besteht eine besondere Chemie zwischen den beiden und sie beginnen sofort ein ungewöhnliches Verhältnis. Julias Vertrag mit der Milleniumreihe wird von ihr verworfen. Stattdessen erinnert sie sich an ihre Vergangenheit als Kriminalkommissarin und sie ermittelt privat zusammen mit Kim, der unbeschreiblich reich, aber auch speziell ist, um die Mittsommermorde aufzuklären. Auf Seiten der Polizei werden sie von ihrem immer noch eifersüchtigem Exmann unterstützt.Alle Personen werden ausführlich charakterisiert, haben liebenswerte oder ungewöhnliche Ticks und mir hat es besondere Freude gemacht, dass jetzt die Frau mal 20 Jahre älter ist und graue Haare hat und der junge Liebhaber selbst unfassbar reich und nicht auf ihr Geld aus ist.Es gibt viele Erzählstränge, eine tolle Geschichte, flüssigen Schreibstil und spannende Wendungen.Von mir gibt es auf jeden Fall eine Leseempfehlung!
Gelungenes Buch
Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen. Ich hoffe auf viele weitere Teile mit diesen beiden Hauptfiguren. Ein Mittsommerfestessen und nur eine Teilnehmerin überlebt. Ein junges Mädchen. Denn mit einem Boot kommen zwei Unbekannte mit Masken und Schnellfeuergewaffen. Die Polizei ermittelt. Aber da die ehemalige Polizistin und Schriftstellerin Julia Malmros als erste am Tatort eintrifft, ermittelt auch sie in diesem Fall. Denn eines der Opfer ist ein alter Schulfreund von ihr. Auch der Zweite am Tatort, Kim Ribbing, hat ein persönliches Interesse und hilft ihr bei den Ermittlungen. Dabei bringt er sich selbst in Gefahr und reist um die ganze Welt. Dennoch bleibt die Story spannend, griffig und ist nicht unglaubwürdig. Auch die kurzen Kapitel halten die Story schnell und man kann das Buch kaum aus der Hand legen. Ich kann es also nur empfehlen.
Ein gelungener Trilogie-Auftakt
Die Gäste und Gastgeber einer Mittsommerparty auf einer Schäreninsel werden brutal ermordet. Nur die Tochter des reichen Unternehmers, Astrid Helander, überlebt. Die Ex-Polizistin und Autorin Julia Malmros und der Hacker Kim Ribbing sind kurz nach der Tat vor Ort, da Julias Ferienhaus auf der Nachbarinsel liegt. Kim verfolgt die Spur der Täter rund um den Globus. Julia hingegen nutzt ihre alten Kontakte zur Polizei. Allerdings ist ausgerechnet ihr Ex-Mann mit den Ermittlungen betraut. Julia Malmros war eine erfolgreiche Autorin und sollte eigentlich die Millennium-Reihe fortsetzen und brauchte deswegen Informationen über Hacker. Lisbeth Salander war schließlich Spezialistin in den Büchern. So kam sie in Kontakt mit Kim Ribbing. Julia war sehr sympathisch und man merkte ihr schnell an, dass sie in ihrem vorherigen Beruf als Polizistin gut gewesen sein musste. Kim war schon sehr gewöhnungsbedürftig. Aber das konnte man aufgrund seiner schlimmen Erfahrungen in der Kindheit und Jugend auch nachvollziehen. Das wurde auch in einigen Kapiteln aus der Vergangenheit von Kim erläutert. Und wen Kim einmal an sich heranließ, denen half er auch bedingungslos. Wobei sein Reichtum natürlich sehr nützlich war. Mir hatte die Geschichte eigentlich ganz gut gefallen. Nur sie war etwas langatmig. Spannung war auf jeden Fall vorhanden und die Story war international verzwickt. Die anderen beiden Teile der Trilogie werde ich nach Erscheinen auch lesen. Fazit:Ein gelungener Trilogie-Auftakt, der etwas langatmig war.
Nervenzerreißende Spannung aus Schweden mit internationalen Verflechtungen
Eine grausame Hinrichtung während einer Mittsommerfeier auf einer Schäreninsel, internationale Verflechtungen und ein ganz und gar ungewöhnliches Ermittlerteam bilden die Bausteine von „Refugium“ – dem actionreichen Auftakt von Lindqvists „Stormland“-Trilogie. Um was geht es?Alles beginnt auf einer malerischen Schäreninsel, während eines Mittsommerfest. Brutal und eiskalt werden die dort geladenen Gäste hingerichtet. Nur Astrid Helander, die Tochter des Gastgebers, überlebt wie durch ein Wunder. Doch was steckt dahinter? Das ganz und gar ungewöhnliche Ermittler-Duo – die Ex-Polizistin Julia Malmros und der viele Jahre jüngere Cracker Kim Ribbing – machen sich auf die Suche nach der Wahrheit. Eine Wahrheit voller dunkler Geheimnisse in der Vergangenheit, internationaler Verflechtungen und viel Geld. Werden sie trotz aller Gefahren und Widrigkeiten die Wahrheit finden?Hauptpersonen der Geschichte sind die Ex-Polizistin und Bestseller-Autorin Julia Malmros und der junge Privatier und Cracker Kim Ribbing, die sich durch die Arbeit an Julias Buch kennengelernt haben. Ihre Beziehung ist durch allerhand Schwierigkeiten, bedingt durch den großen Altersunterscheid und Kims traumatischer Vergangenheit geprägt. Letztere hilft ihm aber insbesondere in seinem Umgang mit der einzigen Überlebenden, Astrid, die für ihre 14 Jahre viel erwachsener wirkt, als man zunächst denkt. Im Verlauf des Buches lernen wir zahllose weitere Charaktere kennen: schwedische Polizisten, Informanten und Verbrecher. Die Charaktere könnten unterschiedlicher nicht sein, sind teilweise sehr speziell und geben dem Buch die richtige Würze. Das Buch selbst ist ein echter Pageturner. Es ist in mehrere Abschnitte unterteilt, immer orientiert an den Schauplätzen, auf denen die Handlung vorangetrieben wird. Wir bewegen uns durch sehr unterschiedliche Länder, Schweden, China und Kuba. Trotzdem wirken die Schilderungen von Land und Leute immer sehr authentisch, die Handlungen komplett nachvollziehbar. Ein durch und durch intelligent konstruierter Thriller, der auch in der Umsetzung keine Wünsche offenlässt und mit dem einen oder andere Wortwitz und lustigen und skurrilen Situationen besticht. „Refugium“ ist leicht zu lesen und lässt im Kopf des Lesers einen actionreichen Film ablaufen. Trotz allem hetzt man nicht von Handlung zu Handlung, sondern erlebt während der Ermittlungen auch immer Ruhephasen. Einfach fantastisch gemacht! Ihr seht schon, mich hat das Buch komplett gefangen genommen und ich freue mich schon sehr auf Band zwei der „Stormland“-Trilogie. Da ich Lindqvist bis jetzt nicht kannte, werde ich wohl, um mir die Wartezeit zu verkürzen, das eine oder andere frühere Werk von ihm lesen.Fazit:Wer einen spannungsgeladenen und actionreichen Thriller mit interessanten Charakteren und internationalen Schauplätzen sucht, sollte unbedingt „Refugium“ lesen. Das Buch ist in sich abgeschlossen, kann also auch als Standalone gelesen werden. Trotzdem glaube ich, dass jeder von Euch nach Lesen dieses Buches, schon ungeduldig auf Band 2 von „Stormland“ warten wird. Ein echter Page-Turner für jeden Thrillerfan!
Unheimlich spannend
Ich lese ja unheimlich gerne Krimis und Thriller aus dem skandinavischen Raum, kenne daher viele Autoren aus diesem Bereich. John Ajvide Lindquist kannte ich bisher nicht, was ich nach dieser Lektüre sehr bedauert habe, denn ich bin voll auf meine Kosten gekommen. Den Leser erwartet hier ein außerordentlich spannendes Werk, dass obendrein Das Mittsommerfest ihrer Eltern wird für die junge Astrid Helander zu einem Desaster, weil 2 Vermummte dort ein Riesenblutbad abhalten, bei dem sie die einzige Überlebende ist. Julia Malmros und Kim Ribbing versuchen die Täter ausfindig zu machen. Die beiden bilden aber zusätzlich fast schon einen eigen Handlungsstrang, denn auch ihr Leben wird durchleuchtet, so dass dem Leser auch hier interessante Details erwarten.Sehr gefreut habe ich außerdem über Verbindungen zur Millenium-Reihe, die ich vor etlichen Jahren bereits gelesen habe, man könnte auch sagen, dass sie mich überhaupt erst zum skandinavischen Krimi geführt haben. So oder so ist dieses Buch auf jedenfalls klasse! Liebhaber dieses Genres sollten es definitiv nicht verpassen!
Wenn ein Autor in große Fußstapfen tritt...
„Refugium“ hat eine interessante Geschichte: Die Millennium-Trilogie des schwedischen Journalisten Stieg Larsson gehört zu den weltweit erfolgreichsten Krimireihen. So verwundert es nicht, dass sowohl der Verlag als auch die Erben nach dem Tod des Autors an diesem Erfolg partizipieren wollten und deshalb einen Autor suchten, der die Reihe fortschreiben sollte.Der Nachfolger wurde mit David Lagercrantz gefunden, dessen auf 10 Bände geplante Fortsetzung es allerdings bei Weitem nicht mit dem Original aufnehmen konnte und deshalb nach drei Romanen 2019 eingestellt wurde.John Ajvide Lindqvist, ein erfolgreicher Autor, dessen bisherige Romane ausnahmslos dem Horrorgenre zuzuordnen sind, bekam nun die Möglichkeit, die Reihe fortzuführen. Dessen Sequel fand aber keine Gnade vor den Augen des Verlags und wurde abgelehnt. Also passte er die Geschichte an, änderte die Namen der Protagonisten und veröffentlichte sie unter dem Titel „Refugium“, ebenfalls geplant als Auftaktband der Stormland-Trilogie, die in 2024 und 2025 komplettiert wird. Die Fortsetzung der Millennium-Trilogie kommt nun von Karin Smirnoff und wird in der Übersetzung Ende August erscheinen.Julia Malmros, eine ehemalige Polizistin und nun Krimi-Autorin, soll die Millennium-Trilogie fortschreiben und bekommt vom Verlag den Computernerd Kim Ribbing zur Seite gestellt. Obwohl das Exposé die Erwartungen der Lektorin nicht erfüllt und sie es deshalb ablehnt, freunden sich die beiden an und verbringen den Mittsommerabend gemeinsam in Julias Sommerhaus im Schärengarten. Doch dann bricht plötzlich ein Inferno los. Ein Boot nähert sich der Nachbarinsel, zwei Schützen eröffnen das Feuer und erschießen sämtliche Anwesende. Einzige Überlebende ist die Tochter der Familie. Verantwortlich für die Aufklärung dieser kaltblütigen Morde ist Julias Ex-Mann, der allerdings keinen Plan hat, wo er ansetzen soll. Und hier kommen Ribbing und Julia ins Spiel.Einer der Toten ist ein Jugendfreund von Julia, und so zieht die ehemalige Polizistin alle Register, um die Verantwortlichen zu entlarven und zur Rechenschaft zu ziehen. Mit Ermittlungsmethoden ist sie vertraut, muss sich als Externe auch nicht an einschränkende Vorschriften halten und hat mit Kim Ribbing einen Hacker mit außergewöhnlichen Fähigkeiten an der Hand, der sie unterstützt. Sie recherchieren, verknüpfen die gefundenen Informationen, stellen Verbindungen her und sind bald mitten in einem Fall, der weitere Kreise zieht, als sie sich je hätten vorstellen können.Wenn ein Autor in solch große Fußstapfen tritt, bleibt es nicht aus, dass Vergleiche gezogen werden. Und hier schneidet Lindqvist nicht schlecht ab, auch wenn die Passagen, in denen er sich seinen Frust über das abgelehnte Manuskript etwas zu oft von der Seele schreibt.Natürlich gibt es offensichtliche Anleihen: Der Journalist Mikael Blomkvist wird zur Autorin Julia Malmros, beides Angehörige der schreibenden Zunft, Kim Ribbing ist die wiedergeborene Lisbeth Salander, ebenfalls schwer traumatisiert und mit Bindungsängsten, und um Big Money und mafiöse Männerbünde geht es hier wie dort.Die Handlung ist bei Lindqvist in der Gegenwart angekommen und behandelt jede Menge Themen, die westlichen Gesellschaften unter den Nägeln brennen, aber auch einiges an Potenzial für kriminelle Aktivitäten bieten. Er erzählt spannend und in kurzen Kapiteln, wechselt zwischen den verschiedenen Akteuren hin und her, variiert zwischen Action und Recherche, was nicht nur das Tempo sondern auch das Interesse des Lesers/der Leserin durchgängig hoch hält. Und er schafft es problemlos, am Ende sämtliche Handlungsstränge souverän und ohne Logikfehler zusammenzuführen und offene Fragen hinreichend zu beantworten.Ich habe mich jedenfalls sehr gut unterhalten gefühlt und die 524 Seiten in eineinhalb Tagen gelesen. Und auf die beiden Nachfolgebände freue ich mich bereits jetzt schon!
Globale Ermittlung
Refugium ist der spannende Auftakt der Stormland Trilogie von John Ajvide Lindqvist. Die beiden Hauptfiguren Kim Ribbing, IT Cracker, und die ehemalige Polizistin Julia Malmros lernen sich im Rahmen einer Recherche zu ihrem neuen Krimi kennen. Kim hat in seiner Kindheit schreckliches durchlitten und fällt teilweise durch fehlende Sozialkompetenz und sein besonderes Aussehen auf. Julia ist im fortgeschrittenen Alter, frisch getrennt und einsam. Die beiden beginnen eine seltsame Beziehung und werden bald in mehrere Morde verwickelt. Kim begibt sich global auf Spurensuche.Obwohl das Duo Julia und Kim schon seltsam ist, sind mir die Beiden ausgesprochen sympathisch. Der Schreibstil ist spannend, obwohl ich die Geschichte gegen Ende etwas zu abenteuerlich fand. Dennoch ist das Ende rund und ich habe mich bestens unterhalten gefühlt. Ein Muss für alle Krimi-/Thriller-Fans.
Ein Thriller-Lesevergnügen
Prolog - Mittsommer 2019: Ein grausame Hinrichtung erschüttert die Schären. Nur eine Person überlebt das Massaker. Ganz Schweden fragt sich, wer diese Morde in Auftrag gegeben hat, und warum. "Refugium" ist eine Geschichte mit betulich wachsender Spannung, einer realistisch wirkenden Story (mit hollywoodreichen Einlagen) und interessanten Figuren, denen Lindqvist ausreichend Charakter und Tiefe verleiht, indem er an scheinbar unwichtigen Details teilhaben lässt, die das unterhaltsame Lesevergnügen steigern. Vor allem die Hauptfiguren, wie der beeindruckend Kim Ribbing, ein jungen Hacker mit tragischer Vergangenheit und unerschöpflichem Reichtum, und Julia Malmros, eine einsame Schriftstellerin und ehemalige Polizistin. Es ist ein düsterer Thriller, voller verborgener Brutalität, der ein bisschen braucht, um in Fahrt zu kommen, und gerade deswegen, auf ganzer Linie begeistert. Mir hat besonders gefallen, dass die kurzen Kapitel den Lesefluss begünstigen (man kann gar nicht aufhören zu lesen), außerdem das Spektrum an Lokalität (Favorit: Kuba), die wirtschaftlichen und politischen Verstrickungen, den diskreten Humor und das gelungene Ende. Außerdem sind die Zusammenhänge mit der Millennium-Reihe von Stieg Larsson unverkennbar, und werden auch konkret aufgegriffen und in die Handlung eingeflochten. Durch meiner Sympathie zu Kim und dem überraschenden (nicht fiesen) Cliffhanger, steht der Fortsetzung nichts im Weg - voraussichtlich drei Bände sind für 2024/2025 in der Planung. Vormerken! Ich würde "Refugium" allen empfehlen, die nach einer gut geschriebenen Thriller-Reihe mit skandinavischem Flair suchen, die mit Spannung und nordischer Gelassenheit überzeugt (manche würden auch sagen, das Buch hätte seine Längen), keine wild konstruierten Wendungen nötig hat und den Charakteren und ihren Gefühlen, Beziehungen und Traumata genügend Platz einräumt. Empfehlenswertes Leseerlebnis!
Unsagbar spannend - auf allen Ebenen
Als die Schriftstellerin Julia Malmros Insider-Informationen für ihren neuen Krimi benötigt, tritt der Hacker Kim Ribbing in ihr Leben. Zufällig sind die beiden in der Nähe, als ein grausames Verbrechen auf einer Schäreninsel geschieht. Als ehemalige Polizistin handelt Julia routiniert und geht der Sache später sogar privat nach. Unterstützung bekommt sie in dem Fall von Kim, der die Täter über das Internet verfolgt. Immer wieder stellt sich Julia die Frage, ob Kim etwas zu verbergen hat, da er seine Nachforschungen ausschließlich alleine erledigt. Und wer sind eigentlich die Drahtzieher der schrecklichen Morde?Nachdem ich John Ajvide Lindqvists fantastischen Erzählstil erst kürzlich in dessen Werk „Unwesen“ entdecken durfte, stand ich freiwillig in vorderster Reihe, als die ersten Leseexemplare für „Refugium“ vergeben wurden. Während des Lesens entwickelte sich der Auftakt dieser neuen Spannungstrilogie für mich sogar als absoluter Pageturner, dessen umfassende Idee mich so vereinnahmte, wie einst die Millenium-Reihe von Stieg Larsson, auf die im Verlauf der Geschichte sogar eingegangen wurde.Es war beeindruckend, wie sich Lindqvist den Protagonisten in jedem Moment annahm, dabei innere und äußere Konflikte schilderte, die Vergangenheit ins Licht rückte und eine andauernde Ungewissheit im Status quo über die Handlung wabern ließ, ohne unnötig ausschweifend zu werden. Von Langweile oder Effekthascherei keine Spur! Gleichzeitig zog er das Geschehen rund um die Fahndung kontinuierlich an, wobei es nicht nur einen Hotspot gab, sondern meine Aufmerksamkeit immer wieder auf die Erkenntnisse und Recherchen verschiedener Ermittler und Helfer gerichtet wurde. Die ehemalige Polizistin Julia zeigte sich in diesem Zusammenhang als Kontaktperson immer wieder sehr hilfreich, wobei mich aber auch die Dynamik ihrer seltsamen Beziehung zu Kim faszinierte.So machte ich mein persönliches Highlight schnell in der Figur des Kim Ribbing aus, der mich immer wieder überraschen konnte, indem er nach und nach seinen Charakter offenbarte. Unfassbar, welch stiller Sturm in dem jungen Mann tobte, während er zielgerichtet seiner eigenen, geheimen Agenda folgte, aber auch entschlossen die Zügel in die Hand nahm, um die Verantwortlichen des perfiden Massakers in den Schären aus dem Verkehr zu ziehen. Obwohl Kim mir mit seiner zurückhaltenden, empathischen Art, seiner Klugheit, und seinem Gerechtigkeitssinn unwahrscheinlich sympathisch war, konnte mich der Autor zum Schluss mit einer unerwarteten, perfekten Cliffhanger-Situation ziemlich verunsichern – denn plötzlich wusste ich nicht mehr, ob Kim wirklich der war, für den ich ihn bisher gehalten hatte. Fantastisch! Fakt ist, diese Geschichte wurde für mich von Kapitel zu Kapitel interessanter. Die beachtlichen Fähigkeiten und die Kontakte des jungen Hackers entfalteten sich zunehmend, während tröpfchenweise neue Spieler auf dem Feld auftauchten und im Geschehen mitmischten. Hervorragend und zeitgemäß fand ich auch die Themen, die der Autor mal laut, mal leise in diesen Thriller einfließen ließ. Wirtschaftskriminalität, Korruption, Spionage, aber auch sehr persönliche, menschliche Probleme, wie Missbrauch, Vereinsamung, Armut oder Vernachlässigung durften hier ihr Gesicht zeigen und ihren Finger in die Missstände der Welt legen. Ich empfand diese Geschichte nicht nur als spannungsgeladen, sondern sie sprach auch deutlich meine emotionale Seite an; dabei oftmals sehr subtil. Die ideale Mischung für großartige, wertvolle Unterhaltung. Ein Jammer, dass dieser Autor erst jetzt in meine persönliche Buchwelt getreten ist.Letztlich nimmt „Refugium“ eindeutig einen Platz auf meiner Lieblingsbuchliste des Jahres ein! Origineller Plot, interessante Handlungsschauplätze, ein Sammelsurium an thematisch nachdrücklichen Momenten, und ein außergewöhnlicher Protagonist machten diesen Thriller für mich zu einem erstklassigen Leseerlebnis. Unbedingt lesen!