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Über Hoffnung. Über Versöhnung. Über Leben

Die Überlebenden

Nach zwei Jahrzehnten kehren die Brüder Benjamin, Pierre und Nils zum Ort ihrer Kindheit – ein Holzhaus am See – zurück, um die Asche ihrer Mutter zu verstreuen. Eine Reise durch die raue, unberührte Natur wie auch durch die Zeit. Im Kampf um die Liebe der Mutter, die abweisend und grob, dann wieder beinahe zärtlich war, haben die Jungen sich damals aufgerieben bis zur Erschöpfung. Heute fühlen sie sich so weit voneinander entfernt, dass es kein Aufeinanderzu mehr zu geben scheint. Und doch ist da dieser Rest Hoffnung, den Riss in der Welt zu kitten, wenn sie sich noch einmal gemeinsam in die Vergangenheit vorwagen.

Bibliografische Daten

EUR 22,00 [DE] – EUR 22,70 [AT]
ISBN : 978-3-423-28293-2
Erscheinungsdatum: 20.08.2021
2. Auflage
304 Seiten
Format : 12,8 x 21,0 cm
Sprache: Deutsch, Übersetzung: Übersetzt von Hanna Granz
Autor*innenporträt

Alex Schulman

Alex Schulman, geboren 1976, ist einer der populärsten schwedischen Schriftsteller. Sein Roman ›Die Überlebenden‹, 2021 bei dtv erschienen, wurde in 30 Sprachen übersetzt. Mit ›Verbrenn all meine Briefe‹, bei dtv 2022, gelang ihm in Schweden 2018 der Durchbruch als literarischer Autor.

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Übersetzer*innenporträt

Hanna Granz

Hanna Granz, geboren 1977, hat unter anderem Werke von Patrik Svensson, Tove Alsterdal, Johanne Lykke Holm und Tone Schunnesson ins Deutsche übersetzt.

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148 von 148 Leserstimmen

Durchschnittliche Bewertung von 4.64 von 5 Sternen


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8 - 10 von 148 Leserstimme

chocalaccino am 16.08.2021 15:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Emotional aufwühlen *TW*

„Doch jetzt lagen die einzelnen Geschichten wie Legobausteine vor ihnen verstreut, und Benjamin wusste nicht, wie er sie zusammenfügen sollte.“Mit „Die Überlebenden“ hat uns Alex Schulman ein Buch geschenkt, welches bis zur letzten Seite unergründbar bleibt, immer wieder wird man überrascht und eine scharfe Wendung tritt ein. Wir begleiten drei Brüder, Nils, Benjamin und Pierre, wobei wir am meisten dazu verleitet werden, mit Benjamin mitzufühlen. Die drei haben sich aus den Augen verloren, aber durch den Tod ihrer Mutter werden sie in ihre Vergangenheit katapultiert, an das Haus am See, das Haus ihrer Kindheit. Das Buch wird in zwei Erzählstrengen jeweils als der Vergangenheit in die Gegenwart und aus der Gegenwart in die Vergangenheit erzählt, bis die Geschichten sich am Ende des Buches treffen.Die gesamte Geschichte ist emotional sehr erdrückend, ich war des Öfteren erschrocken über die rohe Gewalt, und ebenso über die Gefühlslosigkeit. Hängen geblieben ist bei mir die Geschichte mit dem Fisch, der lebendig gegrillt wurde.Ich habe die Kraftlosigkeit beim Wettschwimmen gefühlt, noch mehr aber die Enttäuschung, dass die Eltern nicht am Ziel auf Ihre Jungs gewartet haben.Als die Brüder sich streiten fragt sie Mutter nicht nach dem Kind welches bewusstlos auf dem Boden liegt, sondern fragt direkt, was die Brüder ihrem Lieblingssohn angetan haben. Die Mutter wird oft mit einem Weinglas in der Hand beschrieben.Der Vater wird aggressiv, wenn er trinkt. Alle in der Familie haben ein hohes Aggressionspotenzial, eine niedrige Hemmschwelle. Die Brüder halten vor den Eltern zusammen, in der Schule tun sie so, als würden sie sich nicht kennen.„Was für ein Irrenhaus!“ sagt der älteste Bruder immer wieder.Das Buch ist unergründbar, man fühlt mit jedem mit, wird wütend, wenn etwas Unfaires passiert, kann manche Situationen nicht nachvollziehen, andere total. Das Buch schafft es trotzdem, dass man im Laufe des Buches jede Aktion, jede Reaktion auf ein Erlebnis verstehen kann, nicht immer sofort, aber durch dieses Buch lernt man, auch einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen, ich habe es innerhalb eines Abends gelesen. Die Naturbeschreibungen, in der sich die Brüder immer wieder aufgehalten haben, haben es geschafft, dass man wirklich das Gefühl hatte, mit den dreien im Wald, am See, bei ihrem Ferienhaus in sommerlicher Idylle zu sein.Lest das Buch, wenn ihr überrascht werden wollt, es lohnt sich.Triggerwarnung (Tod/ sterben; Suizidalität; Gewalt; Krankheit)

regenprinz am 16.08.2021 10:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Drei Brüder

„Die Überlebenden“ heißt dieser Roman und genau das sind sie, jene drei Brüder namens Benjamin, Pierre und Nils. Als Hauptfiguren in diesem Familiendrama, das meist auf leisen Sohlen daherkommt, reisen sie mit der Urne, in der sich die Asche ihrer Mutter befindet, zu dem Haus am See zurück, in dem sie alle Sommer ihrer Kindheit verbrachten. Was damals passiert ist und was sich am Tag jener Fahrt mit der Urne ereignet, ist äußerst raffiniert im Zeitablauf rückwärts erzählt und auf ganz einzigartige Weise verflochten. Dieser gekonnte Aufbau der Geschichte hat mich wirklich begeistert.Darüber hinaus besticht der Roman mit einer klaren, schlichten und wunderbar treffenden Sprache, die mir vor allem das Erleben und Fühlen von Benjamin nahegebracht hat. Seinen besonderen Blick auf das Familienleben sowie die einzelnen Familienmitglieder fand ich sehr anrührend. Die Handlung warf mich in ein Wechselbad der Gefühle, den Alkoholkonsum der Eltern und ihren Umgang mit den Jungen fand ich erschreckend, das Verhalten der Brüder untereinander manchmal schmerzhaft. Dazwischen gibt es jedoch auch schöne Passagen, erinnerte Momente von Zusammenhalt und Verbundenheit.Gekonnt ist zudem die Atmosphäre eingefangen – vor allem die Natur rund um das einsame, abgelegene Sommerhaus, aber auch alle anderen Beschreibungen fand ich gelungen. Die klaren Bilder, nie detailüberladen, gefielen mir sehr. Und ein Wort wie „rabenblau“ fand ich z.B. unvergesslich.Das Ende … hat mich dann umgehauen. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.Aber von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für diesen eindrucksvollen Roman!

raschke64 am 16.08.2021 09:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Berührend

Drei Brüder fahren mit der Asche ihrer Mutter zum Holzhaus an einem See, an dem sie immer die Sommerferien mit der Familie verbracht haben. Doch die Reise ist insofern schwierig, weil sie sich erstens auseinandergelebt haben und zweitens auch keine so schöne Kindheit hatten. Die Eltern waren Alkoholiker und der Vater teilweise auch gewalttätig. Doch irgendwie haben es die drei Jungs geschafft, sich gegenseitig zu helfen und die Kindheit zu überleben. Jeder auf seine eigene Art und mit eigenen Methoden.Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Zum einen ist da die Gegenwart, in der die Asche der Mutter verstreut werden soll. Diese Geschichte wird rückwärts erzählt. Die zweite Ebene ist die Kindheit, die vor allem aus Sicht des mittleren Sohnes Benjamin erzählt wird. Diese Geschichte wird chronologisch erzählt. Irgendwann treffen dann beide Geschichten auf einander und erst da erfährt man den Grund, warum die Eltern, insbesondere die Mutter, so extrem schwierig waren. Das alles ist sehr berührend. Und es ist sehr gut und mitfühlend beschrieben. Man hat die Bilder der Kinder und des Sommerhauses am See vor Augen. Aber auch die verwahrloste Familie. Mich hat nur irritiert, dass auf dem Cover des Buches nur zwei Jungen abgebildet sind.

gärtnerin am 15.08.2021 21:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Kindheit am See

"Die Überlebenden" von Alex Schulman ist ein Buch, dass mir so schnell nicht wieder aus dem Kopf gehen wird. Wir begleiten hier die Brüder Benjamin, Pierre und Nils zum Sommerhaus ihrer Kindheit, wo sie die Asche der verstorbenen Mutter verstreuen. Das Sommerhaus liegt in wunderbarer Natur an einem See mitten im Wald. Aber diese Idylle ist trügerisch, die Brüder stellen fest, wie fremd sie einander geworden sind.Benjamin ist hier der Erzähler der Geschichte und sie beginnt mit der Szene am See und der Urne mit der Asche der Mutter und arbeitet sich dann in der Zeit zurück, auf der Suche nach dem Ursprung der Zerrissenheit. Zwischendurch werden immer wieder Szenen aus der Kindheit erzählt.Der Autor hat ein großes Talent Bilder entstehen zu lassen, ganz wunderbare Bilder, die von der Schönheit der Natur berichten und furchtbar beklemmende Bilder aus dem Leben der drei Jungen.Alles was nach ausgelassener und friedvoller Kindheit klang, bekommt hier einen ganz erschreckenden Beigeschmack, ein Wettschwimmen wird ein Kampf auf Leben und Tod, der Alltag ein Kampf um die Liebe von Mutter und Vater.Sprachlich ist das Buch so gut verfasst, dass es beim Lesen fast wehtut, dass die Bilder und Gefühle der Jungen so echt wirken, dass sie einen nicht wieder loslassen. Das ist ganz große Erzählkunst und ich warte gespannt auf das nächste Werk des Autors.

la calavera catrina am 14.08.2021 18:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Originelle Erzählweise einer eindringlichen Kindheit

In „Die Überlebenden“ geht es um die Brüder Benjamin, Nils und Pierre, und ihre Kindheit in dem schicksalshaften Sommer im Haus am See. Als die Mutter stirbt, treffen sich ihre erwachsenen Söhne nach langer Zeit wieder, um sie zu beerdigen. Benjamin blickt zurück und muss sich unweigerlich fragen: Was ist passiert?Im Fokus der Erzählung steht Benjamin, der stets als stiller Beobachter die Stimmungen und Verhaltensweisen seiner Familienmitglieder analysiert. Sein jüngere Bruder Pierre ist eng mit ihm verbunden, während Nils als Ältester sich immer mehr zurückzieht. Die Familie verbringt idyllische Sommer am See, umgeben von einem Birkenwald. Die Brüder begegnen sich mit Rivalitäten, teilen gemeinsame Erlebnisse und begegnen sich mit Distanz und Stillschweigen, während die Eltern in ihrer eigenen Welt zu leben scheinen, die vor allem ein kühles alkoholisches Getränk beinhaltete, klare Regeln und Routine. Ich habe die Stimmung des Romans nicht nur als sommerlich wahrgenommen, sonder auch als bedrohlich und aufgeladen. Man spürt, da ist etwas bedrückend vorgefallen, aber man weiß nicht was. Diese eindrücklichen Fragen werden erst im Laufe des Roman geklärt, bis man am Schluss das ganze Ausmaß versteht. Alex Schulman erzählt die Geschichte auf zwei Ebenen. Abwechselnd reist man mit den Brüder in die Vergangenheit und in die Gegenwart. Das Besondere: die Handlungsstränge wechseln sich Kapitelweise ab und fügen sich nahtlos ineinander. Dabei wird die Gegenwartsebene rückwärts erzählt. Ein gewöhnungsbedürftiger Geniestreich, der mir Geduld und Aufmerksamkeit abgefordert hat. Am Ende hat mich die Geschichte aufgewühlt und es war unmöglich, sich diesem Sog zu entziehen. Viel zu eindringlich war die Sprache, die sommerlichen Bilder und die distanzierten Beschreibungen. Einige Rückblicke haben mich besonders aufgewühlt, die mir auch nach dem Lesen im Gedächtnis geblieben sind. Zusammenfassend lässt sich sagen, es ist ein dramatisches Werk über die zerstörerischen Ausmaße von tragischem Unglück und daraus entstehender emotionaler Distanz und Verschwiegenheit innerhalb der Familie.Eine Geschichte, die einen nicht mehr loslässt und mir durch die originelle Erzählweise und die eindrücklichen Sprachbilder besonders gefallen hat. Es empfehlt sich, das Buch möglichst ahnungslos zu lesen und sich einfach von der Intensität mitreißen zu lassen.

yaltur am 14.08.2021 18:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Familie als Last und Erdung

In einer klaren Sprache und einem feinsinnigen Aufbau erzählt Axel Schulman eine Familiengeschichte auf zwei zeitlichen Ebenen - eine davon entwickelt sich in umgekehrter Reihenfolge. Die Dramatik der Geschichte offenbart sich erst nach und nach und wird erst in den letzten Kapiteln wirklich deutlich, von Beginn des Buches an setzt aber ein diffuses Unbehagen bei den Schilderungen aus der Familie ein, das einen zurecht bis zum Ende nicht mehr verlässt. Dabei begleitet man die Familie des Protagonisten Benjamin insbesondere an ihrem Ferienhaus in Schweden, in Episoden werden die Ereignisse aus den vergangenen Sommern erzählt. Die insgesamt drei Brüder halten einerseits zusammen, finden meist gemeinsam einen Weg, mit ihren Eltern umzugehen, andererseits sind sie aber doch zu verschieden, um Krisen als Team zu bewältigen - was sich dann auch in dem aktuellen Erzählstrang im Umgang miteinander zeigt. Das Buch ist sehr berührend, spätestens am Ende, wenn sich die Episoden puzzleartig zusammenfügen, viele Begebenheiten des Buches einen neuen Sinn bekommen. Gleichzeitig ist dies auch ein kleiner Kritikpunkt: nach dem Ende müsste man das Buch eigentlich nochmal lesen, um sich die Abfolge der Ereignisse nochmal zu vergegenwärtigen, während des Buches besteht hierzu kaum eine Chance. Und nochmal durchgeblättert stellt man fest, dass es viele Erklärungen für das Verhalten aller Beteiligten nach den dramatischen Ereignissen gibt, aber nur wenige dafür, warum schon vor diesen Ereignissen das Unbehagen in die Familie eingezogen war. Dennoch ein sehr empfehlenswertes Buch!

lia48 am 14.08.2021 17:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Abgründe einer Familie in sommerlicher Idylle

„Das Einzige, was noch schlimmer war als plötzlicher Lärm, war plötzliche Stille, denn dann kam die Gewissheit von früher zurück: Wenn die Geräusche verschwinden, verschwindet die Welt, und je stiller es wurde, desto stärker wurde sein Gefühl, den Kontakt mit der Wirklichkeit zu verlieren.“INHALT:Drei Brüder in Anzug und Krawatte sitzen weinend und übel zugerichtet auf der Treppe ihres früheren Ferienhauses. Eine Urne liegt neben ihnen im Gras. Sie wollen die Asche der Mutter am See verstreuen.Erinnerungen an ihre Kindheit erwachen: Wie sie um die Liebe der Mutter gekämpft haben. Wie die Stimmung der Eltern jederzeit kippen konnte. Und was damals noch geschehen ist.Wie konnten sich die Brüder nur so auseinanderleben? „Was ist bloß mit ihnen geschehen? (...) Sie waren alle da, (...) und dennoch allein.“ Ob es noch eine Chance für sie gibt, um wieder zueinanderzufinden?MEINUNG:Abwechselnd berichtet das Buch aus der Vergangenheit und Gegenwart und nimmt dabei die Perspektive von Benjamin, dem Mittleren der Brüder, ein.Er ist derjenige, der das Treiben der Familie und die Stimmung der Eltern immer genau beobachtet.Ich fand es bewegend, wie er versucht hat, die Familie zusammenzuhalten.Das verantwortungslose und vernachlässigende Verhalten der Eltern, die häufig alkoholisiert waren, hat mich sehr wütend gemacht.Und es ist auch nicht einfach zu lesen, wie die Brüder in der Kindheit aufeinander losgegangen sind. Wie sie durch die Eltern manchmal gegeneinander aufgestachelt wurden und miteinander konkurrierten. Und trotzdem hatten sie damals eine Verbindung. Gemeinsame Erlebnisse. Ihre Eltern. Daher habe ich mich lange gefragt, was zwischen den Brüdern denn nun eigentlich vorgefallen ist, dass sie sich so voneinander entfernt haben. Es sei gesagt, die Antwort findet man gegen Ende im Buch. Eine Wendung, die mich definitiv überraschen konnte. Richtig gut!Zwischendurch gab es für mich ein paar Längen. Vermutlich deshalb, da ich mir lange nicht vorstellen konnte, in welche Richtung sich der Handlungsstrang der Vergangenheit, entwickeln würde. Trotzdem gab es immer wieder interessante Stellen.Gegen Ende hat mich das Buch dann aber so richtig gepackt!Auch der klare Schreibstil hat mir gut gefallen. Vor allem die Beschreibungen über die Natur (Haus am See, Wald), in der sich die Brüder oft aufhielten, ließen Bilder vor meinen Augen entstehen und wirkten atmosphärisch.FAZIT: Die Geschichte gibt Einblicke in die Abgründe einer Familie in sommerlicher Idylle. Sprachlosigkeit, Schweigen und Schuldgefühle haben sich verankert.Ein eher trauriges, melancholisches und phasenweise beklemmendes Familiendrama, das man sich durchaus zu Gemüte führen kann, wenn einem danach ist (TRIGGERWARNUNG: Tod/ Sterben; Suizidalität).Mehr möchte ich über das Buch gar nicht verraten. Lest es selbst! 4/5 Sterne!

zeilenlese am 14.08.2021 15:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Ein berührendes und eindrückliches Debüt

Die Überlebenden gehört wohl zu einem der wenigen Bücher, bei dem ich bereits im Vorfeld wusste, dass es mir gefallen würde. Und ich wurde nicht enttäuscht. Für mich gehört dieser Roman zu einem der gelungensten Debüts, die ich in diesem Jahr lesen durfte.Eindrücklich und in klarer, aber dennoch poetischer Sprache erzählt Alex Schulman von Benjamin und seinen beiden Brüdern, von endlosen Sommern auf dem Land, von leichten Tagen und von jenen, die durch die wechselhaften Launen der Eltern bestimmt sind. Denn schnell wird klar, dass das vermeintliche Familienidyll Risse aufweist, die im Laufe des Buches ein immer beklemmenderes Ausmaß an Verwahrlosung und emotionaler Kälte offenbaren. Beide Eltern sind starke Trinker, ihr Verhalten den Kindern gegenüber entsprechend willkürlich und von Gewalt und Vernachlässigung geprägt. Das ambivalente Verhalten der Eltern spiegelt sich auch in der Beziehung der Brüder wider, die durch ein ständiges Wechselspiel aus Nähe und Distanz aufrechterhalten wird. Als schließlich eine Tragödie das fragile Familienkonstrukt vollends auseinander reist, trennen sich die Wege der Brüder über zwei Jahrzehnte hinweg beinahe vollständig. Erst der Tot der Mutter zwingt sie dazu, sich mit den Ereignissen ihrer Kindheit auseinanderzusetzen.Alex Schulmann verwebt die unterschiedlichen Zeitstränge gekonnt miteinander, Vergangenheit und Gegenwart verschwimmen beinahe und ergeben am Ende ein kohärentes Gesamtbild, das mich als Leserin gleichermaßen fasziniert und berührt hat. Insgesamt ein absolut großartiger Roman, der mich absolut in den Bann gezogen hat und mit Sicherheit noch einige Zeit nachhallen wird.

griseldis2000 am 14.08.2021 12:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen

Begeistert

Ich war sehr gespannt auf dieses Buch. Die Brüder, der Ausflug zum Sommerhaus, der Abschiedsbrief der Mutter… in der Leseprobe war schon klar, dass die Kindheit der drei Jungen nicht unbeschwert war. Aber welche Kindheit ist das schon? Der Autor sagt im Vorwort, er wollte die Geschichte rückwärts erzählen, was die Spannung steigert, aber der Atmosphäre nicht zuträglich ist. Mich hat es tatsächlich etwas gestört, wie konstruiert der Aufbau wirkt. Aber ansonsten habe ich nullkommanull auszusetzen. Eine starke Sprache, wunderschöne Bilder, stimmige Protagonisten und sehr berührende Szenen. Die Sprachlosigkeit der Eltern und Geschwister, die Grausamkeiten, die in Familien so lapidar unter den Teppich gekehrt werden, bis sie dort schwären und wuchern. Aber auch die kleinen Zeichen der Liebe und Verbundenheit, die immer wieder aufschimmern wir kleine hoffnungsvolle Leuchttürme. Ein wirklich gutes Buch, das mit viel Sprachgefühl und vollkommen zurecht übersetzt wurde. Möge es viele Leser finden.

petra-silie am 13.08.2021 14:08 Uhr

Durchschnittliche Bewertung von 4 von 5 Sternen

Familie

Die drei Brüder Nils, Benjamin und Pierre wollen den letzten Wunsch ihrer Mutter erfüllen. Sie bat die Söhne in einem Brief darum ihre Asche an einem See zu verstreuen, an dem die Familie ihre Sommerurlaube verlebt hat.Diese Reise wird für die Brüder auch eine Reise in die Vergangenheit . Erzählt wird die Geschichte aus Sicht des mittleren Bruders Benjamin. Obwohl alle drei sich früher nah gestanden haben, merken sie , dass sie sich heute auseinandergelebt haben. Sie wissen nicht mehr viel voneinander.Ihre Kindheit war geprägt von einer oft kühlen Mutter und dem Vater, der oft unberechenbar war. Bei Beiden spielte der Alkohol eine zu große Rolle, worunter auch die Beziehung zu den Kindern sehr litt.Der Autor hat für seine Geschichte zwei Erzählstränge gewählt, wobei der Strang der Gegenwart rückwärts erzählt wird. Was mir persönlich nicht so gefallen hat. Aber für dieses Buch gebe ich eine unbedingte Leseempfehlung.

Aktuelle Rezensionen

Pressestimmen

3sat
Ich habe ein sehr dunkles, düsteres Märchen gelesen. Kunstvoll.

Katrin Schumacher

Podcast F*luxx
Sie werden um diese Brüder weinen. Um die Männer, die sie wurden, um die Jungen, die sie waren, um d...ie Unschuld, die sie verloren haben. Brillant, eindringlich und unvergesslich. mehr weniger

Frederik Backman, Autor von ›Ein Mann namens Ove‹

rbb
Ein Meisterwerk.

Thomas Böhm

Podcast F*luxx
Ein Buch wie ein Pfeil. Präzise und schmerzhaft über eine tief dysfunktionale Familie – und gleichze...itig spannend und funkelnd schön. mehr weniger

Doris Dörrie

3sat
Es gibt diese unheimlich interessante literarische Bewegung, dass er einerseits vorwärts erzählt und... die Rahmenhandlung rückwärts erzählt. Es ist jenseits des dunklen Geheimnisses ein Roman über Geschwisterbeziehungen. Lesen! mehr weniger

Sandra Kegel

3sat
Der Roman ist genial gebaut. Er ist Fiktion: aber scheint am Ende echte Wirklichkeit in diese Fiktio...n eindringen zu lassen. Ich weiß nicht, ob ich das je so gekonnt in einem Roman gelesen habe. mehr weniger

Gert Scobel

Ein wichtiges Buch. Mitreißend, fesselnd, atemlos, bezwingend.

Andrea Sawatzki

Süddeutsche Zeitung
In seinem Romandebüt ›Die Überlebenden‹ erzählt Alex Schulman von einer durchschnittlich dysfunktion...alen Familie. Die Wucht und die Nuancen der Gefühle, die er erzeugt, sind atemberaubend. mehr weniger

Werner Bartens

SPIEGEL Bestseller - Das Kulturmagazin
Alex Schulman gelingt mit ›Die Überlebenden‹ ein belletristisches Debüt, das den Traum vom schwedisc...hen Sommer zerschmettert. mehr weniger

Elisa von Hof

taz am Wochenende
Der Roman ›Die Überlebenden‹ von Alex Schulman ist eine bezwingend klar erzählte Geschichte über ein...e Kindheit in Ungeborgenheit. mehr weniger

Katharina Granzin

Berliner Zeitung
Schulman, der schon meherere Sachbücher veröffentlicht hat, bleibt bei seinem ersten Roman sehr nah ...an den Figuren. mehr weniger

Cornelia Geissler, 04.11.2021

Brigitte
Funkelndes Porträt dreier Brüder, die mit ihren trinkenden Eltern klarkommen müssen.

27.10.2021

Hamburger Abendblatt
Sehr langsam entblättert sich in diesem raffiniert komponierten Text, der von hinten nach vorne erzä...hlt und dennoch nirgends kompliziert ist, ein Drama, das unbedingt herzzerreißend ist. mehr weniger

Thomas Andre, 19.10.2021

Brigitte
So fulminant dieser Roman beginnt, so geht er auch weiter. Ein sehr skandinavisch düsteres Buch. Und... doch ist es nicht ohne lichte Momente, bis zu seinem überraschenden Ende. mehr weniger

Meike Schnitzler, 13.10.2021

DONNA
Wunderschön.

01.10.2021

NDR Kultur
Ein meisterhaftes, formstrenges, ein tief anrührendes Buch.

Anna Hartwich, 17.09.2021

ZDF
Klug konstruiert und sprachlich zurückhaltend enfaltet ›Die Überlebenden‹ eine stille Wucht ohne Pat...hos. Ein tieftrauriges und schmerzhaftes Buch - und genau deswegen eines, das glücklich machen kann. mehr weniger

Peter Twiehaus, 10.09.2021

Kurier
Mit ›Die Überlebenden‹ ist dem Autor ein dichtes Debüt gelungen.

05.09.2021

WDR
Alex Schulman, geboren 1976, schafft in seinem Roman eine exzellente Verbindung von Autobiographisch...em und Fiktion (...). mehr weniger

Ulrich Noller, 31.08.2021

Buchprofile/medienprofile
Eine spannend komponierte, verstörende Kindheitsgeschichte mit Gänsehautmomenten, in der es um Reden... und Schweigen, Vergeben und Vergessen geht. Starke Empfehlung. mehr weniger

Maria Holgersson

mein/4
Schmal, leise und gewaltig: ein absolutes Lieblingsbuch indiesem Herbst.

Buchjournal extra
Ein stilles und zugleich aufwühlendes Buch - man mag es nicht aus der Hand legen. Ein ganz großes Le...seerlebnis. mehr weniger

Susanne Dietrich

Stadtkind (Hannover)
Ein Buch wie ein tiefer, anrührender See, der still aussieht, aber bis obenhin angefüllt ist mit Äng...sten, Sehnsucht, Rivalität und Unverstandenem, Grausamkeiten und trostloser Trauer. mehr weniger

Anke Wittkopp

lebensart
Alex Schulman erzählt in seinem beeindruckenden und emotional sehr berührenden Debütroman, der dazu ...mit einem überraschenden Ende aufwartet, auf zwei Ebenen. mehr weniger

Die Furche
Seine Figuren bewahren bis zuletzt eine faszinierende Mehrdeutigkeit; keine von ihnen lässt sich auf... einem Gut-Böse-Schema eindeutig zuordnen. mehr weniger

Rainer Moritz, 21.04.2022

ruinaulta
Ein aufwühlender, düsterer Roman, jedoch sehr lesenswert.

Ruth Ragettli, 14.01.2022

Kieler Magazin
Ergreifend und ganz anders als das meiste, das man an schwedischer Literatur gewohnt ist.

11.01.2022

lehrerbibliothek.de
Zurecht erfährt das Werk des schwedischen Autors eine breite Leserschaft, wird in ihm doch eine zent...rale Erzählung der kulturellen Identität Schwedens problematisiert und zugleich ein klassischer Fehler familiärer Erziehung identifiziert. mehr weniger

Marcel Remme, 08.01.2022

Kronberger Bote
Ein Buch für all jene, die spannende und hervorragend konsturierte Familiengeschichten lesen möchten.... mehr weniger

16.12.2021

Landsberg Extra
Der internationale Bestseller aus Schweden, über Hoffnung, über Versöhnung, über Leben.

, 15.12.2021

Kirche+Leben
Bedrückend und anrührend, meisterhaft konstruiert.

Ulrich Waschki, 12.12.2021

Aachener Zeitung
Mein Fazit: ein tolles Debüt, vielschichtig und überaus fesselnd erzählt.

Ute Rodde, 22.11.2021

Münsterländische Tageszeitung
Über Hoffnung, über Versöhnung, über Leben

22.11.2021

Land & Forst
Ein gelungens Romandebüt des schwedischen Autors: literarisch erzählt, raffi niert konstruiert - un...d mit einem atemberaubendem Schluss! mehr weniger

15.11.2021

Bürgerportal Bergisch Gladbach
Kommen Sie mit auf eine literarische Reise aus einer scheinbaren Hoffnungslosigkeit heraus in ein se...lbstbestimmtes Leben! Ein wunderschönes Buch, das Sie nicht verpassen sollten. mehr weniger

Sylvia Jongebloed, 09.11.2021

Family
Alex Schulman hat den Kunstgriff gewagt, die Geschichte von hinten aufzurollen - und es ist ihm herv...orragend gelungen. mehr weniger

Bettina Wendland, 01.11.2021

Saale-Zeitung
Wer gerne skandinavische Bücher liest, dem wird diese deutsche Erstausgabe helfen, einen neuen Schri...ftsteller zu entdecken. Es lohnt sich. mehr weniger

Petra Breuig, 30.10.2021

Wetzlarer Neue Zeitung
Es ist eine klare, echte, gleichzeitig aber aufwühlende Geschichte, die dem Leser vor Augen führt, w...as im Leben wirklich wichtig ist. mehr weniger

Hannah Umlauf, 11.10.2021

Ensuite - Zeitschrift zu Kultur & Kunst
Keine Ferien auf Saltkrokan.

02.10.2021

lift Stuttgart
Ein sehr intensives und anspruchsvolles Debüt.

01.10.2021

Magedeburger Volksstimme
Die feinen Schwingungen zwischen den Brüdern hält er mit der gleichen Intensität fest wie Gerüche, F...arben, überhaupt die ganze Sinnlichkeit einer rauen Natur. mehr weniger

18.09.2021

Westdeutsche Allgemeine
Alex Schulman gelingt ein Roman von hoher Intensität.

Martin Meyer, 11.09.2021

Ostthüringer Zeitung
Eine Reise durch die Natur, die Zeit, den Kampf um Liebe, Hoffnung.

09.09.2021

dpa, Neue Presse
Mit präziser Sprache erschafft Schulman eine Welt, in der die kleinen, alltäglichen Dinge von den gr...oßen menschlichen Hoffnungen, Sehnsüchten und Ängsten erzählen. mehr weniger

04.09.2021

leselupe.de
Es ist ein lesenswerter Roman, voller Tiefe und intensiver Innenbetrachtung eines zerrütteten Famili...enlebens mit einem überraschenden Ende. mehr weniger

Claudine Borries, 29.08.2021

Mainhattan Kurier
Im Rückblick emotionsgeladener Erinnerungen brechen tiefe Narben auf, die von Schuld sprechen, aber ...auch die Hoffnung auf Vergebung schürt. Leseempfehlung! mehr weniger

24.08.2021

Kleine Zeitung, Lesezeichen Newsletter
Ein Lese-Erlebnis mit langem, intensiven Nachhall.

Werner Krause, 23.08.2021

Die Presse am Sonntag
Den Namen Alex Schulman sollte man sich auf jeden Fall merken.

Mirjam Martins, 22.08.2021

Heilbronner Stimme
Diese Familiengeschichte ist ohne jede Romantik und deshalb umso bewegender.

Tanja Ochs, 21.08.2021

buecher-leben.de
In einer klaren, reflektierenden aber auch poetischen, einfühlsamen Sprache fächert Alex Schulman da...s Leben der drei Brüder von ihrer Kindheit bis ins Erwachsenenalter auf, in dem sie nie gelernt haben, über Gefühle und einschneidende Erlebnisse, die Frag mehr weniger

Sabine Wagner, 21.08.2021

booksandnotes.de
›Die Überlebenden‹ – eine emotional aufwühlende Familiengeschichte über die Wucht des Lebens.

Frank Zabel, 20.08.2021

protagonistplaces.de
Selten habe ich ein Buch mal wieder so intensiv erlebt, so reflektiert betrachtet und nicht einfach ...nur hingenommen, sondern richtiggehend aufgesogen. Ein tolles Buch! mehr weniger

Bianca Magens, 20.08.2021

WDR 3
Alex Schulman hat mit seinem Romanerstling ›Die Überlebenden‹ einen fulminanten Start hingelegt, vie...lschichtig, psychologisch genau, formal überzeugend. mehr weniger

Jutta Duhm-Heitzmann, 20.08.2021

Bremen Zwei
Eine schmerzhafte, außergewöhnlich klug komponierte Geschichte, die man nicht vergisst.

Esther Willbrandt, 10.08.2021