Beste Freundinnen, die unzertrennlich sind. Und um niemals getrennt zu werden, gehen Miv und Sharon auf die Spurensuche nach dem Mörder, der ihr Heimatort Yorkshire unsicher macht ...
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Unser Buch der seltsamen Dinge
Miv und ihre beste Freundin Sharon sind unzertrennlich. Als Mivs Vater mit der Familie wegziehen möchte, bricht für sie eine Welt zusammen. Eine brutale Mordserie hält Yorkshire in Atem, doch ihr Zuhause und Sharon hinter sich zu lassen, kann Miv sich trotzdem nicht vorstellen. Egal, wie seltsam es dort auch geworden ist, seitdem ihre Mutter aufgehört hat zu sprechen und Tante Jean sich nun um alles kümmert.
»Was wäre, wenn der Mörder gefasst würde?, fragte ich mich, als ich allmählich eindöste. Was, wenn die Morde aufhörten? Und wir hierbleiben könnten? Dann müsste ich Sharon nicht zurücklassen, und wir könnten für immer beste Freundinnen bleiben.«
Also beginnen die beiden Mädchen, auf eigene Faust die Menschen in ihrer Nachbarschaft zu beobachten – und setzen dabei Dinge in Gang, die alles verändern werden.
Einfühlsam und klug erzählt Jennie Godfrey von Familie, Freundschaft und Zusammenhalt und eröffnet ein weites Gesellschaftspanorama, voll ergreifender Schicksale und liebenswerter Figuren.
»Packend und bewegend.« The Guardian
Bibliografische Daten
1. Auflage
Jennie Godfrey
Jennie Godfrey ist in Yorkshire geboren und aufgewachsen. Ihr Debüt ›Unser Buch der seltsamen Dinge‹ war in Großbritannien ein sensationeller Erfolg und stand wochenlang an der Spitze der ›Sunday Times‹-Bestsellerliste. ›Das Gartenfest‹ ist ihr zweiter Roman.
9 - 10 von 111 Leserstimme
Begeisterung
"Unser Buch der seltsamen Dinge" hat meine Erwartungen mehr als übertroffen. Aber der Reihe nach. Das Cover ist eher unscheinbar und zurückhaltend und unter dem Titel kann man sich nicht wirklich etwas vorstellen. Wir landen in Yorkshire in einer ärmlichen Gegend Englands. Dort geht gerade ein Serienkiller um und Miv's Vater überlegt ernsthaft, dass die Familie in eine bessere Gegend ziehen könnte. Aber Miv möchte dort bleiben, wo auch ihre beste Freundin Sharon lebt und so beschließen die zwei Teenager sich auf die Suche nach dem Mörder zu machen, damit der Vater keinen Grund mehr für einen möglichen Umzug hat.Ich fühlte mich emotional an Bücher wie "Stand by me" erinnert. Die Welt der Erwachsenen ist düster und voller Lügen und Grausamkeiten. Die Welt der Mädchen ist voller Mut und Zuversicht. Miv und Sharon werfen einen Blick hinter die Vorhänge ihrer Nachbarn. Sie finden Wahrheiten und Geheimnisse, die sie gar nicht vermutet hatten. Und während der Leser erschrocken ist, sind die zwei jungen Leute gewitzt und klug und mit einer Energie dabei, das einem warm ums Herz wird.Ein Buch, dass mich absolut begeistert hat.
Dramatischer Coming-of-age Roman
Der Sunday Times Bestseller „Unser Buch der seltsamen Dinge“ von Jennie Godfrey kommt anfangs leicht daher: zwei Freundinnen, elf Jahre alt, gehen auf Mördersuche, um nicht voneinander getrennt zu werden, denn Mivs Vater möchte wegziehen, weil in der Gegend der Yorkshire Ripper sein Unwesen treibt. Auf den ersten Seiten spürte ich „Fünf Freunde“-Vibes, die allerdings sehr schnell verfliegen, denn „Unser Buch der seltsamen Dinge“ ist wesentlich vielschichtiger. Miv ist die Erzählerin der Geschichte, aber die Kapitel aus ihrer Sicht werden unterbrochen von Kapiteln aus anderer Perspektive. Und hier bröckelt die Fassade der heilen Welt sehr schnell. Brisante Themen werden von Jennie Godfrey adressiert: der tägliche Rassismus, der dem Gemischtwarenhändler Omar und seinem Sohn Ishtiaq begegnen, die Bibliothekarin Helen, die von ihrem Ehemann geschlagen wird, der alkoholkranke Pfarrer, der pädophile Gemeindehelfer. Alle landen früher oder später auf Mivs und Sharons Liste der Verdächtigen im Buch der seltsamen Dinge. Denn die beiden Elfjährigen gehen davon aus, wenn sie alle ungewöhnlichen Ereignisse aufschreiben, sie irgendwann unweigerlich den Ripper erwischen. Miv ist bei der Mördersuche leidenschaftlicher bei der Sache als Freundin Sharon, die sich bald mehr für Mitschüler Ishtiaq interessiert, als für die Detektivarbeit, aber Miv zuliebe weiterhin mitmacht, denn diese muss damit klarkommen, dass die Mutter nur noch als stumme, körperliche Hülle anwesend, der Geist aber ganz woanders ist. Die Gründe dafür bleiben lange nebulös, lösen sich aber später dramatisch auf. In Mivs Gefühlswelt ist Sharon daher die zentrale Figur und die Gefahr, auch noch sie zu verlieren, lässt die Enttarnung des Yorkshire Rippers so wichtig für sie werden. Sie agiert dabei außerordentlich willensstark, mitfühlend und energisch. So sorgt Miv dafür, dass ein Gemeindemitglied, das Mädchen begrapscht, das Handwerk gelegt wird und zeigt als Einzige Initiative, als es gilt, die Bibliothekarin Helen vor ihrem schlagenden Ehemann zu retten. Allerdings haben alle Handlungen Konsequenzen, und diese sind teilweise mehr als tragisch.Mir hat Jennie Godfreys Roman „Unser Buch der seltsamen Dinge“ sehr gut gefallen. Die Handlungen um Miv und Sharon erstrecken sich über zwei Jahre Ende der 70er Jahren in England. Ich bin ähnlich alt wie Protagonistin Miv und konnte vieles nachvollziehen, was so typisch für die Zeit war. Die kindliche Faszination, die die Untaten des Yorkshire Rippers hervorriefen, waren ähnlich wie meine Neugier, mit der ich in den 70ern vor den Fahndungsplakaten der RAF-Terroristen stand, die überall aushingen. Die Vielschichtigkeit der Geschichte und der Figuren. Auf den ersten Blick heitere Detektivgeschichte, die sich recht schnell in eine detaillierte Milieustudie entwickelt. Mobbing, Selbstmord, Missbrauch, Rassismus – Themen, die Miv immer bewusster wahrnimmt und verarbeiten muss.Und das Cover – großartig! Es sieht aus wie ein abgerissener Zettel aus einem Notizblock - vielleicht aus dem Buch der seltsamen Dinge? Die Milchflaschen sind typisch britisch, der Rabe steht nicht erst seit Poes Gedicht für das Düstere, Mysteriöse. Brillante Mischung, die mich in ihren Bann gezogen hat! Volle Punktzahl!
Yorkshire, God's Own Country
Gefühlt sehr authentisch wird das Leben Ende der 1970er Jahren in Yorkshire durch die Augen der zwölfjährigen Miv geschrieben. Deren Welt wird nicht nur durch die Mordserie des Yorkshire Rippers aus dem Takt gebracht sondern auch durch die psychische Erkrankung ihrer Mutter. Auf keinen Fall möchte Miv wegziehen und deswegen ihre Freundin verlieren! Die Mädchen beginnen alle Auffälligkeiten der Menschen die sie kennen in ein Buch zu notieren und versuchen dadurch das Umfeld sicherer zu gestalten, im besten Fall den Ripper zu überführen. Mir hat der Schreibstil sehr gut gefallen, die Darstellung der Lebensumstände waren sehr feinfühlig geschildert und die Charaktere gut dargestellt. So viele der aufgegriffenen Themen wie u.a. Mobbing, Rassismus oder psych. Erkrankungen sind heute genauso aktuell wie damals. Mir haben viele Details gut gefallen, da ich zur Zeit der Handlung nur zwei Jahre jünger als Miv und Sharon war.Ein gelungenes Debüt und auf jeden Fall eine Leseempfehlung.
Die Jagd auf den Ripper
Der Roman „Unser Buch der seltsamen Dinge“ spielt in Yorkshire in den späten 70-erJahren. Wir lernen die zwölfjährige Miv kennen, die hier mit ihren Eltern und ihrer Tante Jean lebt. Mivs Familie ist etwas anders als andere Familien in der Gegend, ist ihre Mutter doch vor zwei Jahren verstummt. Seither wohnt Tante Jean bei ihnen und übernimmt die Aufgaben im Haushalt der Familie.Mivs beste Freundin heißt Sharon. Die beiden Mädchen könnten unterschiedlicher nicht sein, sind aber trotzdem allerbeste Freundinnen.Seit geraumer Zeit treibt sich ein Frauenmörder in der Gegend herum, der alle in Angst und Schrecken versetzt. Dieser wird in den Medien nur „Der Ripper“ genannt.Miv, die sich für Detektivgeschichten interessiert, ist sofort fasziniert. Nicht von den Morden, sondern eher davon, dass sich eine derart gefährliche Person ganz in der Nähe ihres Wohnorts aufhält. Da Mivs Vater überlegt, mit der Familie wegzuziehen (u. A. auch wegen des Rippers) und Miv der Gedanke, ihre geliebte Heimat und ihre beste Freundin verlassen zu müssen, schockiert, schmiedet sie einen Plan: Sie möchte den Ripper stellen.Dies ist leichter gesagt als getan. Gemeinsam mit Sharon nimmt sie nun alle verdächtigen Personen in ihrem Umfeld unter die Lupe. So entsteht das titelgebende „Buch der seltsamen Dinge“, in dem Miv all ihre Verdächtigen und damit zusammenhängende Rechercheergebnisse, sowie potenziell verdächtige Tatorte notiert.Und bei der Recherche finden sie eine ganze Menge Geheimnisse der Stadtbewohner heraus und setzen ein neues Miteinander in Gang, mit dem niemand zuvor gerechnet hätte und das alles verändern wird …Die Geschichte ist in drei Teile unterteilt, wobei der Mittelteil den deutlich längsten und ausführlichsten darstellt. Außerdem wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, am häufigsten in der ich-Form aus Mivs Sicht. Aber auch einige ihrer Verdächtigen kommen zu Wort, allerdings in der Form des allwissenden Erzählers.Das Buch nimmt außerdem viel Bezug zur realen Vergangenheit, so wurde doch gerade Margaret Thatcher zur Premierministerin des Vereinigten Königreichs gewählt, ist die Buchreihe um die „Fünf Freunde“ von Enid Blyton Mivs Lieblingsgeschichte oder faszinieren sie die James-Bond-Geschichten aufgrund seines Berufs des Spions Aber auch der Ripper ist keine fiktive Figur, trieb dieser Mann doch wirklich über mehrere Jahre sein Unheil in Groß-Britannien.Wie bereits oben genannt, bezieht sich der Titel des Romans auf Mivs „Buch der seltsamen Dinge“; ein Notizbuch, in das sie ihre Beobachtungen schreibt.In der Übersetzung des Titels liegt ein minimaler Unterschied vor: Im deutschen ist die Rede von den „seltsamen“ Dingen. Im englischen Original wird das Verb „suspicious“ verwendet, was eher mit „merkwürdig“ übersetzt wird. Im aktuell vorliegenden Fall sind beide Worte allerdings nahezu identisch.Das Cover ist sehr schön und überwiegend in Blau gehalten. Auf blauem Hintergrund sieht man einen Viererpack Milchflaschen, auf denen ein schwarzer Rabe sitzt. Der Titel des Romans ist in weißen Buchstaben darübergeschrieben. Am obersten Rand finden sich Abdrücke eines Ringbuchs und die rechte Ecke fehlt. Dies stellt vermutlich eine Anspielung auf Mivs Notizbuch dar, wirkt es doch wie eine herausgerissene Seite.Die Buchstaben des Titels, der Name der Autorin und das Bild des Raben und der Milchflaschen sind dabei besonders hervorgehoben.Das Buch kommt im Schutzumschlag daher, unter dem Umschlag hat es einen zarten Beigeton. Die Innenseite des Buchdeckels ist vorne und hinten auch jeweils mit blauen Raben verziert.Obwohl mir das Cover sehr gut gefällt und sich auch mit den Innenseiten viel Mühe gegeben wurde, stellt das Titelbild leider keinen wirklichen Bezug zu der Geschichte dar. Wie bereits erwähnt ist oben eine Anspielung auf das Ringbuch versteckt, aber weder ein Rabe noch Milchflaschen tauchen in der gesamten Story auf. Schade!(Meine Interpretation zu den Milchflaschen ist, dass diese früher vor die Türen der Häuser in England gestellt wurden, bis dann ein Milchlieferant kam und die leeren Flaschen durch volle ersetzte. Somit könnte es als weitläufigen Bezug zum Vereinigten Königreich verstanden werden.)Sämtliche Figuren in diesem Roman sind gut ausgearbeitet und man kann sich super in ihr Denken und Handeln hineinversetzen. Der Schreibstil ist flüssig und gegen Ende wird die Handlung zunehmend spannender. Das immerwährende Geheimnis um den Ripper zieht sich wie ein roter Faden durch die Story. Doch auch die Entwicklung speziell von Miv war interessant anzusehen.Der Roman lässt keine offenen Fragen zurück und selbst das Geheimnis um das Verstummen von Mivs Mutter wird aufgelöst. Interessant war auch, dass alle Personen irgendwie zusammenhängen und die Spurensuche der Mädchen großen Einfluss auf das Leben aller handelnden Personen hatte.Mir hat die Geschichte von Anfang an super gefallen und ich ging mit den beiden Mädchen gerne auf Spurensuche. Besonders schön fand ich den Bezug zur realen Vergangenheit, dass es den Yorkshire-Ripper tatsächlich gegeben hat. Es ist ein berührender Roman über eine große Freundschaft zweier Mädchen am Rande des Erwachsenwerdens.Die Autorin Jennie Godfrey kannte ich vorher nicht und es handelt sich bei der Geschichte um ihren Debütroman. Sie hat eine wundervolle Story aufgeschrieben, die mich sehr erwärmt hat. Sollten ähnliche Geschichten von ihr erscheinen, hätte ich Interesse, diese auch zu lesen.Ich vergebe 4 von 5 Sternen.
Der Club der verlorenen Seelen
Wer Einblick in die Lebenssituation der "einfachen" Bevölkerung zur Regierungszeit Margaret Thatchers Ende der 1970/Anfang der 1980er Jahre in Yorkshire erhalten möchte, ist bei dem hier vorliegenden Buch genau richtig. Im Mittelpunkt stehen die beiden Mädchen Miv und Shannon, die ein Band der Freundschaft miteinander schließen, gewmeinsam die Höhen und Tiefen der beginnenden Pubertät und ersten Liebe erleben und versuchen wollen, den Yorkshire Ripper zu finden. Bei ihrer Suche und Recherche werden sie aber zusätzlich mit zentralen Themen wie Mobbing, psychische Erkrankungen, Sexismus, Armut, Drogensucht, Kiundesmissbrauch, Rassismus und Tod nahestehender Menschen konfrontiert. Das Buch ist lebendig, berührend und spannend aus der Sicht verschiedener beteiligter Personen geschrieben und gibt den Leser*innen einen guten Einblick in das Leben der Beteiligten. Auch wenn die Ereignisse über vierzig Jahre her sind, so sind vierle der behandelten Themen leider immer noch aktuell und Veränderungen in eine positive Richtung sind nur langsam zu erkennen.
Kleinstadtgeschichte mit schlimmen Vorkommnissen
Eine Kleinstadt in Yorkshire, im Norden Englands, Ende der 1970er Jahre. Eine Zeit des Umbruchs, da Margaret Thatcher, die damals, wie heute hoch umstritten ist, zur Premierministerin wird und den Norden des Landes in eine Misere wirft. Dazu eine Reihe von Morden an Frauen, die vom unbekannten Yorkshire Ripper ausgehen.Mittendrin ist Miv, ein Mädchen, das mit ihrem Vater, ihrer Tante und ihrer Mutter, die allerdings "krank" ist, lebt und eigentlich wegziehen soll, da es in Yorkshire mittlerweile nicht mehr lebenswert und zu gefährlich ist. Doch Miv will Yorkshire nicht verlassen. Hier ist ihre Heimat und ihre beste Freundin Sharon. Die einzige Lösung um hierzubleiben: Den Yorkshire Ripper fassen.Jennie Godfrey schafft es in ihrer Geschichte einen Einblick in die Kleinstadt in Yorkshire zu geben und ihre Bewohner*innen besser kennenzulernen. Das Mysterium des Rippers bleibt immer vorhanden, doch sind es die Menschen, ihr Leben und ihre Probleme, die immer im Vordergrund stehen. Auch, wenn das Buch einem zeitweise "cosy vibes" gibt, kommen schwere Themen, wie (Selbst-)Mord, Tod, Rassismus, (häusliche) Gewalt, Mobbing, Pädophilie und sexueller Missbrauch vor.Godfrey schafft es aber, diese beiden Konstraste miteinander zu verbinden.Mir hat das Buch im Großen und Ganzen sehr gut gefallen. Zum Ende hin gab es einige Vorkommnisse, die sehr plötzlich kamen und vielleicht auch weniger logisch waren. Vielleicht wurden sie aber auch einfach zu kurz abgehandelt.Wen es nicht stört, dass das Mysterium um den Ripper manchmal im Hintergrund ist und Charakterstudien und Coming of Age Geschichten mag, wird es gern lesen.Daher auf jeden Fall eine Leseempfehlung.
Ein ganz besonderes Buch!
Meinung:Dieses Buch ist eines meiner Highlights in diesem Jahr und dennoch oder gerade deshalb fällt es mir so schwer die richtigen Worte für eine Rezension zu finden. Denn obwohl dieses Buch teils sehr politisch angehaucht ist und auch eine wahre Kriminalgeschichte um einen der berühmtesten Serienkiller aller Zeiten beinhaltet, ist dieses Buch eben auch eines über tiefe Emotionen und über Freundschaft und was diese in unserem Leben zu bewirken vermag. Der Erzählstil der Autorin ist so einzigartig und einfach wundervoll, er ist leicht und flüssig und doch so inhaltlich schwer und bereichernd, sodass man oft nicht das Gefühl hat ein Buch zu lesen, sondern wirklich eine Geschichte zu erleben. Der Autorin ist es in diesem Buch gelungen Charaktere zu erschaffen, die man nie vergessen wird. Sie sind so authentisch, so lebendig. Dies mag eben auch daran liegen, dass das Buch von wahren Begebenheiten inspiriert ist und dies weiß die Autorin perfekt umzusetzen. Man liest diese Geschichte nicht nur , man erlebt sie !Dieses Buch regt die Emotionen im Leser und dabei lernt man etwas und wird so gut unterhalten, dass man dieses Buch gerne in einem Rutsch verschlingen würde, wobei man dann eben auch umso trauriger ist, dass es bereits geendet hat.
ganz anders als erwartet
Das Hardcover ist reduziert auf wenige Elemente.Ein Rabe, die für Yorkshire typischen Milchflaschen in einem Träger.Effekt bringt der blaue Farbton und der Titel in weiß und das Ganze als Abrisszettel aus einem Notizblock.Das Buch umfasst über 460 Seiten und ich kann schon vorab sagen, es wird keinesfalls irgendwann Langeweile aufkommen.Zum InhaltMiv und ihre Freundin Sharon begeben sich auf die Tätersuche, geht doch in Yorkshire ein gewalttätiger Serienmörder um.Dabei hat Miv familiäre Probleme. Ihre Mutter spricht plötzlich nicht mehr. Ein Umzug ist geplant. Aber dann würde sie ihre Freunde und ihr Umfeld verlieren.Die Autorin hat ein tolles Buch geschrieben.Es geht um Freundschaft, Familie, Zusammenhalt.Das wird alles sehr herzergreifend dargestellt.Der Schreibstil ist dabei gut und angenehm zu lesen.Da freut man sich auf ein neues Werk der Autorin.
Die Geheimnisse der Menschen von nebenan
Die zwölfjährige Engländerin Miv bildet mit ihrer besten Freundin Sharon ein unzertrennliches Gespann. Als ihr Vater Umzugspläne hegt, setzt sich die junge Heldin in den Kopf, den in Yorkshire für Angst und Schrecken sorgenden Serienkiller zu ermitteln, um quasi die Lebensqualität ihres geliebten Umfelds zu verbessern. In einem Notizbuch beginnt sie, auffällige Menschen und Vorkommnisse zu notieren. Mivs Nachforschungen führen zum Kennenlernen neuer Freunde, aber auch zu gefährlichen Situationen, durch welche nicht nur die Freundschaft der beiden Mädchen auf eine harte Probe gestellt wird...Miv ist eine sympathische Ich-Erzählerin, durch deren Perspektive man das damalige englische Kleinstadtleben (ca. Ende der 70er Jahre) und die verschiedenen Personen näher gebracht bekommt. In manchen Kapitel wechselt der Blickwinkel außerdem zu weiteren wichtigen Charakteren wie dem pakistanischen Ladenbesitzer Omar und den entsprechenden Sorgen und Nöten.Eine wichtige Rolle spielt neben Sharon auch Mivs Familie, darunter die psychisch kranke, seit zwei Jahren verstummte Mutter. Zusammen mit Miv erkennt man, dass jeder Mensch seine Geheimnisse hat, und es nicht immer leicht ist, zu entscheiden, wo man sich einmischen sollte. Das Mädchen macht eine wichtige Entwicklung durch und gewinnt an Selbstvertrauen.Die Geschichte ist flüssig zu lesen und motivierend, nicht zuletzt durch Andeutungen zu späteren dramatischen Ereignissen zwischendurch. Neben Themen wie Freundschaft, Familie und Erwachsenwerden, aber auch häuslicher Gewalt oder Rassismus kommt so auch die Spannung nicht zu kurz. Das Buch hat einen gelungenen Abschluss, auch wenn traurige Momente zu überstehen sind.
Wahre Freundschaft!
Miv und Sharon sind beste Freundinnen und Sharon der Halt, den Miv wegen der Krankheit ihrer Mutter dringend benötigt. Doch Miv beschäftigt nicht nur ihre schwierigen Familienverhältnisse, sondern auch die brutale Mordserie, die Yorkshire in Atem hält. Der Serientäter, der Yorkshire Ripper genannt wird, tötet Frauen auf brutalste Weise. Miv und Sharon setzen sich in den Kopf, den Mörder zu überführen und dadurch Mivs Vater zu überzeugen in Yorkshire wohnen zu bleiben. Anhand einer Liste beobachten die Mädchen verdächtige Personen in ihrem Umfeld und decken dabei allerhand auf.Dieser Roman ist eine Mischung aus Krimi, Familientragödie und Jugendbuch, gewürzt mit englischem Touch. Der Yorkshire Ripper, der wütet, rechtfertigt die Einteilung Krimi. Dabei agiert der Ripper nur im Hintergrund, ist jedoch in der Handlung ständig präsent. Die Familientragödie besteht aus den schwierigen Familienverhältnissen der zwölfjährigen Miv. Geschlagen mit einem Vater, der phasenweise nicht präsent ist in der Erziehung seiner Tochter und deshalb seine Schwester Jean in den Haushalt geholt hat. Tante Jean führt ein strenges Regiment, ist knochentrocken und lieblos mit ihrer Nichte. Auch von der Mutter bekommt das Mädchen keine Liebe, da diese in einer schweren Depression steckt und von Miv mit den Worten " als Mutter verstummte" beschrieben wird.Mivs Rettung ist die Freundschaft zu Sharon. Die beiden Mädchen sind sehr eng befreundet, verstehen sich oft ohne Worte. Sie führen eine ausgeglichene Freundschaft, die mit der ersten Liebe von einer der beiden zum Sohn des Gemüsehändlers auf die Probe gestellt wird.So ist nicht nur Freundschaft, sondern auch Mobbing und Rassismus zentrales Thema. Auf der Bishopsfield Highschool, die die beiden Mädchen besuchen, herrschen rüde Sitten. Haarsträubende Szenen, die ich atemlos gelesen habe! Ebenso haarsträubend ist der durchwegs unterschwellige Rassismus, dem der liebenswerte Ladenbesitzer Omar Bashier und sein Sohn Ishtiaq ausgesetzt sind.Die Geschichte handelt Anfang der Achtziger Jahre und ist herrlich "altmodisch". Telefoniert wird noch in Telefonzellen, Handys gibt es keine. Informationen werden in der Zeitung statt im Internet gelesen. Jennie Godfrey hat mit "Unser Buch der seltsamen Dinge" einen Debütroman abgeliefert, der mich berührt hat und der die verschiedensten Themen auf eine schöne und fesselnde Weise verbindet. Die Botschaft, dass eine solide Freundschaft so vieles anderes ertragen lässt, hat mir gefallen!Dieses Buch ist ein etwas anderes Jugendbuch, das sich zurückhaltend um typische Themen anderer Jugendbücher dreht. Erste Liebe, Freundschaft, Mobbing, Ausgrenzung ja... jedoch völlig frei von Party, Drogen, Kleidung und Ausgang.