Thriller, Oxen. Das erste Opfer, Jens Henrik Jensen, dtv

Interview mit Jens Henrik Jensen über seinen Thriller ›Oxen. Das erste Opfer‹

»Im Gegensatz zu vielen anderen Thrillern spielt der größte Teil der Oxen-Trilogie draußen in der Natur und nicht im Zentrum einer Großstadt. Ich denke, daher verstehe ich Oxens Bedürfnis nach dem Einfachen, Ursprünglichen im Leben.« 


Sie sind von Hause aus Journalist und haben 25 Jahre lang in der Nachrichtenindustrie gearbeitet. Inwiefern prägt Sie dieser Hintergrund als Autor und wie kamen Sie dazu, Bücher zu schreiben?

Als Journalist und Nachrichtenredakteur waren für mich immer die aktuellen Ereignisse relevant. Mit was für Problemen und Themen setzen wir uns in unserer Gesellschaft auseinander? Dieses Gespür prägt mich auch als Schriftsteller. Mich interessieren aktuelle Interessen und Trends. Ich möchte sie in meinen Büchern beschreiben und in meine Geschichten integrieren. Ich möchte, dass meine Leser das Gefühl haben, mittendrin im aktuellen Geschehen zu sein. Auch wenn sie einen Roman lesen.
Mein erstes Buch habe ich vor zwanzig Jahren geschrieben. Damit wollte ich mich selbst herausfordern. Auch wenn ich Journalist bin, war mir von Anfang an bewusst, dass ich gerne schreibe und gerne spannende Geschichten erzähle. Noch heute ist es eine riesige Herausforderung für mich, ein neues Buch zu schreiben – ein großes Glück. 

Im Zentrum Ihrer Thrillertrilogie steht Niels Oxen, ein traumatisierter Kriegsveteran und Elitesoldat, der im Wald lebt und sich durch Flaschensammeln und von den Lebensmittelabfällen der Supermärkte ernährt. Was für ein Verhältnis haben Sie zu Ihrer Hauptfigur? 

Glücklicherweise hatte ich nie die Probleme, mit denen sich Niels Oxen auseinandersetzen muss. Dennoch fühle ich mich ihm verbunden. Besonders was das Leben draußen, in der Natur angeht. Davon bin ich sehr angetan. Ich habe seit meiner Kindheit viel in dänischen Flüssen und Bächen gefischt. Im Gegensatz zu vielen anderen Thrillern spielt der größte Teil der Oxen-Trilogie draußen in der Natur und nicht im Zentrum einer Großstadt. Ich denke, daher verstehe ich Oxens Bedürfnis nach dem Einfachen, Ursprünglichen im Leben. Außerdem habe ich wie er immer genossen, allein zu sein, auch wenn ich ein Familienmensch bin.

Jens Henrik Jensen: Oxen. Das erste OpferIhre Bücher erzählen von Agenten, Geheimdiensten, Macht und Intrigen sowie von den Erlebnissen von Kriegsveteranen. Was fasziniert Sie daran?

Ganz einfach: Es geht immer um eine Verschwörung und die Macht, die dahinter steckt. Ich liebe Hintergedanken, doppelte Spiele und raffinierte Geschichten. In der (meist gewaltfreien) Welt der Geheimdienste ist es manchmal schwierig, den Freund vom Feind zu unterscheiden. Das Leben als Agent bringt viele Unwägbarkeiten mit sich und desto weniger man weiß, desto besser ist es. Das macht es perfekt als Stoff für einen Thriller.
Da ich nicht so angetan bin von Gewalt, Blutvergießen und der Anatomie des Bösen, gefällt mir die diese Welt umso besser. Auch wenn meine Bücher ebenso ganz gängige Krimielemente beinhalten. Da meine Hauptfigur ein Kriegsveteran ist, kann ich ganz andere Geschichten aus einer ganz anderen Perspektive erzählen. Oxen kennt die Spiele der Macht und deren Konsequenzen, gehört aber weder zum Geheimdienst noch zur Polizei.

Die OXEN-Trilogie landete in Dänemark direkt an der Spitze der Bestsellerliste. Wie erklären Sie sich den riesigen Erfolg?

Ehrlich gesagt habe ich mir darüber kaum Gedanken gemacht. Was mir selbst als Leser gefällt, ist ein starker Charakter mit einer persönlichen, überzeugenden Geschichte sowie einem ausgeklügelten Plot. Ich hoffe, dass die Oxen-Trilogie diese zwei Faktoren gut miteinander kombiniert. Ein anderer Grund für den Erfolg kann die Universalität der Geschichte von Niels Oxen sein. Es ist eine klassische Geschichte von David gegen Goliath, der klassische Aufstieg und Niedergang eines Helden – und dessen Überlebenskampf. 
Von vielen Lesern habe ich erfahren, dass Niels Oxen eine Figur ist, die man nicht vergisst. Er geht einem beim Lesen quasi unter die Haut. Was kann man sich als Autor mehr wünschen?

In Deutschland erscheint im September der erste Teil der Trilogie, ›Das erste Opfer‹. Wie entwickelt sich die Geschichte weiter im zweiten und dritten Teil, die 2018 erscheinen werden? Kannten Sie schon die ganze Geschichte, als Sie anfingen zu schreiben?

Also, im ersten Band erfahren wir noch nicht so viel über Oxens Vergangenheit und seine Familiengeschichte. Das entwickelt sich im zweiten Band. Im dritten Band kommt eine überraschende Wende. Ohne zu viel zu verraten, kann man sagen, dass sich die Geschichte von Band zu Band zuspitzt. Das betrifft auch die Figuren, die einen hohen Preis dafür bezahlen werden, die Geheimorganisation auf dem Danehof aufgedeckt zu haben.
Diese Geschichte hat sich beim Schreiben entwickelt. Ich dachte, das erste Buch über Oxen wäre in sich abgeschlossen. Während ich daran arbeitete, merkte ich, dass ich mehr als ein Buch brauchen würde, um die Geschichte zu Ende zu erzählen. Der Plot entwickelte sich und wurde immer komplexer und umfangreicher.

Schreiben Sie weiter und wenn ja, woran arbeiten Sie gerade?

Ja, natürlich schreibe ich weiter. Ich glaube nicht, dass ich jemals damit aufhören werde. Momentan arbeite ich am vierten Oxen-Band. Dieser wird mit der Trilogie jedoch nur indirekt zusammenhängen und die Geschichte von Niels Oxen weiter fortführen. 
Es hat eine Weile gedauert, bis ich eine tragfähige Geschichte entwickelt hatte. Oxen gerät in einen neuen Fall hinein, obwohl er eigentlich lieber seine Ruhe hätte. Die große Frage für mich war, wie kann ich Oxen zu einer neuen Ermittlung motivieren?
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